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Dissertationen

Dissertationsvorhaben in Arbeit


Fotios Amanatides: Von Byzanz nach Rom

Thema der Dissertation ist das politische Wirken des Basilius Bessarion (1403-1472), im Spannungsfeld von Politik und Religion.
Im griechischen Osten diente Bessarion als griechisch-orthodoxer Erzbischof von Nicäa und Berater des byzantinischen Kaisers. Nach der Übersiedlung nach Italien wurde er Kardinal der römisch-katholischen Kirche und vertrat in einer Zeit der historischen Umbrüche die päpstliche Kurie als Legat an den wichtigsten Höfen seiner Zeit. Ziel der Untersuchung ist die Analyse der Relation zwischen seiner jeweiligen theologischen bzw. kirchlichen Position einerseits und seinen politischen Aktivitäten anderseits.

Linda Knorr: Matteo Palmieri. Della Vita Civile (Arbeitstitel)

In der philosophiehistorischen Dissertation über Matteo Palmieri (1406-1475), einen herausragenden Vertreter des 'Florentiner Bürgerhumanismus', wird zunächst sein politisches Hauptwerk Della Vita Civile (1430-1440) in den zentralen Positionen präsentiert.
Da die Theorie Palmieris auf antiken Paradigmen basierte, wird im zweiten Teil zum einen der Frage nachgegangen, welche Quellen Palmieri in welchem Umfang rezipierte, zum anderen untersucht, inwieweit sich Palmieri von seinen antiken Leitbildern entfernte und originelle Beiträge zur politischen Theorie entwickelte.

Ina-Maria Maahs: Quo vadis utopia? Die Utopie als Produkt menschlicher Kreativität und ihre aktuelle gesellschaftspolitische Bedeutung

Die Utopie fungiert seit der Antike als Denkmodell, welches über das jeweilige Hier und Jetzt hinausgeht und mögliche Alternativen zum Status quo entwirft. Mit dem Zusammenbruch des sogenannten 'realexistierenden Sozialismus' der UdSSR wurde jedoch die These vom Ende der Utopie populär und von Denkern wie Joachim Fest und Hans Magnus Enzensberger das post-utopische Zeitalter ausgerufen. Leben wir heute also in einer Zeit ohne den Bedarf des Utopischen? Ist die utopische Tradition 1990 einfach abgebrochen?
Diese Arbeit zeichnet die historische Entwicklung der Utopie als Produkt der menschlichen Kreativität zur Konstruktion positiver alternativer Gesellschaftsstrukturen nach und überprüft, ob und in welcher Form Utopien auch heute existieren, um anschließend auszuloten, welche Potenziale sich aus dem Einbezug von Utopien als politisches Instrument für die Politikgestaltung der Gegenwart eröffnen könnten.

Birger Reiß: Die politische Bedeutung (neo)pentekostaler Kirchen im kontemporären Brasilien

Brasilien galt lange Zeit als das größte katholische Land der Welt - seit den 1970iger Jahren änderte sich das religiöse Szenario jedoch maßgeblich, da evangelikale Kirchen, insbesondere pentekostalen Ursprungs, starken Zulauf erfuhren und weiterhin erfahren.
Abgesehen von der theologischen Akzentverschiebung wirkt dieser Wandel in vielfältigen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Dank umfangreicher finanzieller Ressourcen und massiver medialer Präsenz ist der Einfluss der (neo)pentekostalen Kirchen heute beachtlich. Im politischen Sektor sind sie auf allen Ebenen stark vertreten - sie stellen Bürgermeister, Gouverneure, Abgeordnete und Senatoren.
Ausgehend von der (vermittelten) religiösen Erfahrung und Lebensdeutung, den Kernpunkten pentekostaler Theologie und den unterschiedlichen Formen ihrer Vermittlung ist das Ziel der Arbeit die Analyse der politischen Bedeutung (neo)pentekostaler Kirchen im kontemporären Brasilien. Die Arbeit untersucht dabei u.a. die Fragestellungen: Wie (und seit wann) erfolgte der Eintritt in den politischen Raum? Welche (politischen) Organisationsstrukturen haben sich seither entwickelt? Welches sind die zentralen Akteure? Welche Wirkmächtigkeit haben die (neo)pentekostalen Kirchen und ihre führenden Akteure entwickelt? Welche Ziele werden politisch überhaupt verfolgt?

 

 

Abgeschlossene Dissertationen



Johannes Clessienne: Warum Bildungspolitik: Zur Begründung der Staatstätigkeit in Erziehung und Bildung im modernen Verfassungsstaat
Claudius Mandel: Zur Einbildungskraft bei Dietmar Kamper: Geschichtsbild - Menschenbild, Gesellschaftsbild

 Köln: Universität, 2017

Oliver Rose: Die Äquivalenz der Symbole. Über die Logik des Verstehens der Symbol- und Ordnungsformen bei Eric Voegelin
Anna Täschner: Mensch und Staat bei Immanuel Kant. Zu den anthropologischen Grundlagen seiner politischen Theorie
Christine Unrau: Erfahrung und Engagement. Motive, Formen und Ziele der Globalisierungskritik

Bielefeld: transcript Verlag, 2018